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Winternothilfe: Ein Rückblick

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Stadt zieht positive Bilanz zur Winternothilfe für obdachlose Menschen. Soziale Angebote gut angenommen, bei Extremtemperaturen noch erweitert. (Copyright: Pressemitteilung der Stadt Hannover, Bild von pixabay.com)
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Der Winter ist mit seinen frostigen Temperaturen für obdachlose Menschen in jedem Jahr eine Herausforderung: Umso wichtiger sind die vielfältigen sozialen Angebote, die die Landeshauptstadt Hannover in Kooperation mit dem Hilfenetzwerk der Stadt jedes Jahr anbietet. Nach dem besonders kalten Winter zieht die Stadt nun Bilanz: die Nacht-Cafés sind zu etablierten und gut frequentierten Anlaufpunkten geworden, die Notschlafstellen waren seit dem 2. Januar wochenlang durchgängig geöffnet und nahezu ausgelastet. Und auch die Straßensozialarbeit war viele Wochenenden außerplanmäßig unterwegs, um den Menschen zu helfen.

„Mein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden und Helfer*innen sowie den sozialen Träger*innen für den großen Einsatz, der in diesem Winter aufgrund der klirrenden Temperaturen im Januar und Februar kein einfacher war. Wir sehen, das die Winternothilfe auf einem festen Fundament steht, das wir über die Jahre stetig erweitert und auf die Bedürfnisse angepasst haben. Besonders neue Angebote wie das Café Luna für Frauen und FLINTA*-Personen, als geschützter Raum, entwickelt sich sehr vielversprechend“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay aus diesem Anlass.

Sozialdezernentin Sylvia Bruns bekräftigte: “Wir haben in diesem Winter wieder eine große Solidarität und Einsatzbereitschaft bei allen Beteiligten gesehen. Dafür ein ganz großes Dankeschön. Extreme Wetterlagen können für die Menschen auf der Straße lebensbedrohlich sein. Hier konnten wir auch innerhalb der laufenden Winternothilfe schnell reagieren und einige Angebote auch noch einmal an Wochenenden öffnen oder verlängern, weil es dringend notwendig war. Ich freue mich, dass dieses auch bei den Menschen ankommt und die Angebote so gut angenommen werden.“

Nacht-Cafés wichtige Anlaufpunkte
Um im Winter Abhilfe zu schaffen hatte, wie in den vergangenen Jahren, ab November 2025 das Café Nachtlicht in den Räumen des Kontaktladens „Mecki 2“ geöffnet, um nachts einen Kälteschutz sowie einen Ruheraum anzubieten. Von Dezember 2025 bis Februar 2026 wurde außerdem erstmals das Nachtcafé Luna in den Räumlichkeiten des Tagesaufenthalts „DüK“ eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen Schutz- und Ruheraum ausschließlich für Frauen und FLINTA*-Personen. Beide Cafés wurden vom Diakonische Werk Hannover gGmbH betrieben und waren täglich von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr geöffnet. Die Besucher*innen erhielten warme Getränke, Mineralwasser und eine heiße Brühe sowie eine Notversorgung mit Kleidung, Hygienemitteln, Schlafsäcken und Isomatten. Aufgrund der teilweise extremen Witterungsbedingungen machte die Stadt kurzfristig Sonderöffnungen in beiden Cafés möglich. So war das Café Nachtlicht an einem Wochenende durchgängig von Freitagabend bis Montagmorgen geöffnet. Das Café Luna konnte erfreulicherweise um insgesamt acht Tage verlängert werden.

Das Café Nachtlicht wurde durchschnittlich von 110 Besucher*innen pro Nacht aufgesucht. Im Vergleich zu den Vorjahren sind steigende Besucher*innenzahlen zu verzeichnen. Das Nachtcafé Luna wurde durchschnittlich von zehn Personen pro Tag besucht. Gerade für diesen Personenkreis ist der Aufbau eines längerfristigen Vertrauensverhältnisses entscheidend. Nach einem zunächst ruhigen Beginn haben sich die Kontaktzahlen im zweiten Projektmonat verdoppelt. Zudem konnte das Projekt in den frühen Abendstunden an mehreren Tagen pro Woche durch Sozialarbeiterinnen begleitet werden. Besonders positiv haben die Nutzer*innen bewertet, dass sie sich dort sicher und beschützt gefühlt haben.
Im Nachtcafé der Obdachlosenhilfe Hannover e.V., dem „Café Mensch“ an der Podbielskistraße 102 herrschte ebenfalls großer Andrang. Dieses ist seit dem 1. November täglich von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr geöffnet, zudem montags, mittwochs und freitags bereits ab 17.00 Uhr im Rahmen einer Lebensmittelausgabe. 160 bis 180 obdachlose Menschen kamen in etwa pro Nacht, um eine warme Mahlzeit und Getränke zu erhalten oder um zu duschen. Hier waren es sowohl Einzelpersonen als auch Paare, der größte Teil etwa 75 Prozent waren Männer, darunter eine erhöhte Anzahl an Menschen aus Osteuropa.

Das Café Mensch und das Café Nachtlicht sind noch bis zum 31. März geöffnet.

Starke Auslastung von Notschlafstellen und Straßensozialarbeit

Die Stadt hatte die Notschlafstellen während der extremen Temperaturen im Januar und Februar rund um die Uhr geöffnet. Dieses Angebot zusammen mit dem Tagestreff in der Dornierstraße wurde sehr gut angenommen. Die Notschlafstellen Alter Flughafen (zusammen mit dem Tagesaufenthalt Dornierstraße), Wörthstraße 10, Feuerwehrstraße, Langensalzastraße 17, Podbielskistraße 115 und Vinnhorster Weg 73 lagen im Januar und Februar durchschnittlich bei einer Auslastung von 93 Prozent. Das Angebot der ÜSTRA, die es obdachlosen Menschen ermöglichte, sich in der U-Bahnhaltestelle am Kröpcke aufzuhalten und zu nächtigen wurde ebenfalls sehr gut angenommen.

Eine Herausforderung in dem Zusammenhang war der teilweise Ausfall der öffentlichen Verkehrsmittel, da gerade Notschlafstellen oder andere Angebote der Obdachlosenhilfe, die weiter außerhalb der Innenstadt liegen, so schwer zu erreichen waren. Viele obdachlose Menschen sind aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Mobilität beeinträchtigt, was bei solchen Witterungslagen zur Gefahr wird. Hier musste teilweise auf das bereits sehr strapazierte Taxi-Netzwerk zurückgegriffen werden.

Das Team der städtischen Straßensozialarbeit ist im Rahmen des Winternothilfeprogramms auch in diesem Winter von November 2025 bis Ende März 2026 im Einsatz und bietet Beratung und Unterstützung bei Extremwetterlagen am Wochenende an. Ziel ist hier obdachlose Menschen über die Möglichkeiten des Kälteschutzes und der Unterbringung zu informieren und zu beraten.

Die Unterstützung in Winter 2025/26 war aufgrund der besonders schneereichen und kalten Witterungslage besonders herausfordernd. Die Straßensozialarbeit der LHH führte mehrere Einsätze an Wochenenden durch, um obdachlose Menschen aufzusuchen, die sich auf der Straße aufhielten. Auch mit warmer Kleidung und Schlafsäcken wurde bei Bedarf ausgeholfen.

Auffällig waren in dieser Saison laut Beobachtungen einiger Träger der häufig schlechte Gesundheitszustand, körperliche Einschränkungen sowie psychische Auffälligkeiten vieler Besuchender.

Trotz der Angebotsdichte gab es immer noch Menschen, die diese Angebote aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrnehmen wollten oder konnten. Einer der Hauptgründe sind zum Teil schwere psychische Erkrankungen, von denen obdachlose Menschen häufig betroffen sind.

Die Pressemitteilung im Original finden Sie unter: www.presseservice-hannover.de

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