Ökumenische Essensausgabe
Sozialminister Philippi und Diakonie-Vorstandssprecher Lenke setzen Zeichen gegen Einsamkeit und werben für Unterstützungsmaßnahmen für wohnungslose Menschen
Sozialminister Dr. Andreas Philippi verdeutlichte: „Wir wollen an diesem bitterkalten Tag heute ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für Solidarität und gegen Einsamkeit. Die letzten Wintertage waren eine große Herausforderung insbesondere für obdachlose und ältere Menschen. Ich danke den vielen engagierten Helferinnen und Helfern, ohne die diese regelmäßige und verlässliche Essensausgabe in dieser Form nicht möglich wäre. Gerade von Armut betroffene Menschen haben es im Winter besonders schwer und es ist mir ein persönliches Anliegen, dass alle Menschen einen Platz in unserer Gesellschaft finden und gesehen werden. Sprechen Sie also Menschen, die in der Kälte sitzen oder liegen, an – gehen Sie nicht einfach vorbei. Dies kann im Zweifel Leben retten. Und den betroffenen Menschen lege ich sehr ans Herz die Angebote der Diakonie und anderer Anlaufstellen zu nutzen. Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.“
Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen ergänzte: „Angebote, wie die ökumenische Essenausgabe, Tagesaufenthalte oder auch die aufsuchende Sozialarbeit sind gerade in dieser akuten Kälteperiode für obdachlose Menschen eine wichtige Unterstützungsmaßnahme, um bei den derzeitigen Witterungsbedingungen auf der Straße wenigstens einigermaßen zurechtzukommen. So wichtig diese Angebote sind, muss es aber doch eigentlich darum gehen, Wohnungslosigkeit und damit eine Ursache der Obdachlosigkeit zu verhindern. Deshalb sind wir dem Sozialministerium dankbar, dass sie das Projekt „Wohnraumakquise“ finanziell unterstützt und mit uns dabei neue Wege geht. Das Ziel der Wohnraumakquise ist es, Wohnraum für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten zu vermitteln. Die Nachfrage bei den Hilfesuchenden ist enorm. Was derzeit noch Mangelware ist, sind Vermieter*innen, die bereit sind, Wohnraum zu vermieten. Deshalb ist mein Appell an Sie: Wenn Sie Wohnraum zu vermieten haben, dann melden Sie sich bitte bei den vier Standorten der Modellprojekte. Die Mieter werden auch durch uns begleitet.“
„Mit der ökumenischen Essensausgabe setzen wir ein Zeichen tiefster christlicher Nächstenliebe. Gleichzeitig ist sie aber auch nur eine Notlösung und stellt im Grunde genommen ein Armutszeugnis für unsere wohlhabende Stadtgesellschaft dar. Die steigenden Besucher*innenzahlen – zu Beginn der letzten Saison waren es noch 80 täglich, inzwischen sind es bereits 100 in den ersten Tagen – zeigen, dass das soziale Netz immer größere Risse bekommt. Daher ist es umso wichtiger, und wir sind dankbar, dass das Sozialministerium sich vor Ort ein eigenes Bild macht. Es müssen von Politik und Gesellschaft insgesamt intensivere Anstrengungen unternommen werden, um die strukturellen Ursachen von Armut und Vereinsamung anzugehen. Denn Essen ist ein Grundrecht, kein Akt der Gnade“, erklärt Friedhelm Feldkamp, Geschäftsführer und Diakoniepastor der Diakonischen Werk Hannover gGmbH.
Hintergrund:
Projekt „Wohnraumakquise“
Das Land Niedersachsen unterstützt das Modellprojekt „Wohnraumakquise“, das in Niedersachsen an vier Standorten Wohnraum für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen erschließt, die sich im Sinne des Sozialgesetzbuches in „besonderen sozialen Schwierigkeiten“ befinden. Der allgemeine Wohnraummangel wirkt sich besonders auf Menschen aus, bei denen besondere Lebenslagen mit sozialen Schwierigkeiten verknüpft sind und die bereits ihre Wohnung verloren haben. Angesichts der aktuellen Situation am Wohnungsmarkt und aufgrund von Vorbehalten gegenüber Menschen ohne Wohnung reicht die einfache Wohnungssuche nicht aus, um den Weg zu einer neuen Wohnung zu ebnen. Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung haben die Leistungserbringerverbände der Diakonie und der Caritas die Ausgangssituation analysiert, bewertet, die Modellprojektkonzeption erarbeitet und die vier Modellstandorte vorgeschlagen. Die dreijährige Modellphase wird mit zusätzlichen Ressourcen unterstützt. Im Rahmen einer empirischen Studie durch ein Forschungsinstitut und über die Evaluation durch die Zentrale Beratungsstelle (ZBS) Niedersachsen werden die Modellstandorte begleitet sowie Erkenntnisse zusammengestellt. Idealerweise ergeben sich daraus konkrete Hinweise und Eckpunkte gelingender Praxis, die über entsprechende Vereinbarungen landesweit umgesetzt werden könnten.
Die vier Modellstandorte sind:
Hannover:
Soziale Wohnraumhilfe gGmbH
Schaumburgstraße 3
30419 Hannover
Sabea Liedtke
Telefon: +49 176 85979938
E-Mail: liedtke@swh-hannover.de
Web: www.swh-hannover.de
Twistringen im LK Diepholz:
Caritasverband für die Landkreise Diepholz
und Nienburg li. der Weser
Wohnraumakquise
Steller Str. 13
27239 Twistringen
Telefon: 04243-9334-25
Telefax: 04243-9334-40
Mobil: 0159 04 55 60 41
E-Mail: ASepehri@caritas-os.de; STSchaedel@caritas-os.de
www.caritas-dh-ni.de
www.beratung-caritas.de
Göttingen:
Diakonieverbands Göttingen-Münden
Straßensozialarbeit – Wohnraumakquise
Wohnraumakquise.straso.goettingen@evlka.de
Tilsiter Straße 2a
37083 Göttingen
Ilona Puntschuh
Christine Euler-Schlote
Fon: 0551 / 517 98 24
Fax: 0551 / 517 98 17
Gifhorn:
Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten
Tarek Hüneke
Wohnraumakquise
Hauptstr. 57 b
38518 Gifhorn
Telefon 05371 721-293
Fax 05371 721-217
Mobil 0171 213 59 12
tarek.hueneke@dachstiftung-diakonie.de
Diakonische Angebote der Kältehilfe (Auswahl)
Hannover
Tagesaufenthalte des Diakonischen Werks Hannover:
„Mecki I“ am Raschplatz (Mo – Do 08 – 11 Uhr, Fr 08 – 12 Uhr, Sa 08 – 10 Uhr)
mit dem Projekt „Open Fair“ als Schutz- und Ruheraum im Mecki I, in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, (Mo – So 14 – 18 Uhr)
„Mecki II“ am ZOB (Mo u. Mi 08:30 – 12 Uhr, Di, Do und Fr 08:30-12:30 u. 13-15 Uhr)
mit dem Café Nachtlicht als Teil der Winternothilfe der Landeshauptstadt Hannover, organisiert vom Diakonischen Werk Hannover (Mo – So, täglich 20 – 06 Uhr)
DüK – Dach über’m Kopf, in der Berliner Allee 8 (Mo,Di,Do 08:30 – 14 Uhr, Mi 08:30 – 12:30 Uhr, Fr 08:30 – 13 Uhr
mit dem Nachtcafé „Luna“ , einem Angebot in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover, speziell für Frauen sowie Personen, die sich als Teil der FLINTA*-Gruppe identifizieren (Angebot gilt zunächst bis Ende Januar).
Die Ökumenische Essensausgabe wird von Januar – März in der Ev.-reformierten Kirchengemeinde, Lavesallee 4, 30169 Hannover montags – freitags von 11:30 – 14:00 Uhr angeboten.
Göttingen
Straßensozialarbeit (Straso)
Abteilung des Diakonieverbands Göttingen-Münden
im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen-Münden
Tilsiter Straße 2a • 37083 Göttingen
Hildesheim
Herberge zur Heimat Himmelsthür
Gartenstraße 6
31141 Hildesheim
In Hildesheim stehen folgende Angebote zur Verfügung:
Hotline Wohnungslosenhilfe (24/7): 05121/3014242
Tagestreff Lobby
Hannoversche Str. 34, 31134 Hildesheim
Mo: 9.00 – 13.30
Di – Fr: 9.00 – 12.00 & 13.00 – 15.00
05121/93572510
Ambulante Hilfe
Hannoversche Str. 2, 31134 Hildesheim
Mi – Do: 9.00 – 12.00 & 13.00 – 15.00
Fr: 9.00 – 12.00
Herberge zur Heimat
Gartenstr. 6, 31141 Hildesheim
05121/93591910
Vinzenzpforte
Neue Str. 16. 31134 Hildesheim
Mo – Fr: 9.00 – 14.00
Wärmestube ab 7.30
05121/109875
Bahnhofsmission
Hauptbahnhof Hildesheim, Gleis 2/3
Mo – Fr: 13.00 – 17.00
Sa: 10.00 – 15.00
05121/52408
Braunschweig:
Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten
Münchenstraße 11
38118 Braunschweig
Für den Standort Braunschweig hat die Kältehilfe den Tagesaufenthalt Iglu an den Wochenenden in der Zeit von 08:30 Uhr bis 13:30 Uhr geöffnet. Hier besteht die Möglichkeit einer warmen Mahlzeit und warmer Getränke.
Fotos Copyright „Diakonie in Niedersachsen/Christian Behrens“

